Provokation. Stilmittel der Bismarck‘schen Außenpolitik mit Prof. Dr. Jürgen Angelow

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Als preußischer Ministerpräsident (1862-1890) und Reichskanzler (1871-1890) war Otto von Bismarck zuständig für die Außenpolitik Preußens bzw. des Deutschen Reiches. Dabei vertrat er einen „realpolitischen“ Ansatz. Nicht abstrakte Ideologien oder moralische Reflexe, sondern reale Voraussetzungen und Konstellationen bildeten die Berechnungsgrundlage einer auf das Machbare ausgerichteten pragmatischen Interessenpolitik. Gerade auf außenpolitischem Terrain spielte Bismarck die Klaviatur der Provokation mit großer Virtuosität: Mal agierte er mit schroffer Offenheit, mal mit symbolischer Herabsetzung und der Verletzung der diplomatischen Höflichkeit, mal mit dem Aufbau von Druck oder subtiler Kriegsdrohung. Immer ging es ihm darum, die gegnerische Regierung zu testen, einzuschüchtern oder zu unüberlegten Handlungen bzw. zum Nachgeben zu zwingen. Innenpolitisch war dieser Kurs auf Mobilisierung und die Gewinnung von politischen Mehrheiten angelegt. Das war im Großen und Ganzen recht erfolgreich, doch es funktionierte nicht immer. So blieben auch Rückzug oder Strategiewechsel Optionen.

Prof. Dr. Jürgen Angelow hat sich intensiv mit der Außen- und Sicherheitspolitik Preußens und des Deutschen Reiches befasst. Er erläutert das Stilmittel der Provokation an einigen Beispielen Bismarck‘schen Handelns und schlägt eine Brücke zum internationalen System der Gegenwart.
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Als preußischer Ministerpräsident (1862-1890) und Reichskanzler (1871-1890) war Otto von Bismarck zuständig für die Außenpolitik Preußens bzw. des Deutschen Reiches. Dabei vertrat er einen „realpolitischen“ Ansatz. Nicht abstrakte Ideologien oder moralische Reflexe, sondern reale Voraussetzungen und Konstellationen bildeten die Berechnungsgrundlage einer auf das Machbare ausgerichteten pragmatischen Interessenpolitik. Gerade auf außenpolitischem Terrain spielte Bismarck die Klaviatur der Provokation mit großer Virtuosität: Mal agierte er mit schroffer Offenheit, mal mit symbolischer Herabsetzung und der Verletzung der diplomatischen Höflichkeit, mal mit dem Aufbau von Druck oder subtiler Kriegsdrohung. Immer ging es ihm darum, die gegnerische Regierung zu testen, einzuschüchtern oder zu unüberlegten Handlungen bzw. zum Nachgeben zu zwingen. Innenpolitisch war dieser Kurs auf Mobilisierung und die Gewinnung von politischen Mehrheiten angelegt. Das war im Großen und Ganzen recht erfolgreich, doch es funktionierte nicht immer. So blieben auch Rückzug oder Strategiewechsel Optionen.

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